Acht Fragen zu Sophie aus „Das Gift der Schlange“ von Barbara Drucker


Ihr habt heute schon einiges zu „Das Gift der Schlange“ von Barbara Drucker erfahren. Nun, darf ich euch eine der Charakteren vorstellen, die mich besonders beeindruckt hat, abgesehen von Vincent della Motta.
Ich weiß, dass er mitliest und Mit Sicherheit total eingeschnappt ist.
Aber, du hattest deinen Tag schon. 😛
Eigentlich bist du ja ehr die Nebenfigur und scheinbar gar nicht eingeplant gewesen, deshalb freu ich mich besonders, das Barbara es doch noch gestattet hat und du hier sein darfst.
Trotzdem werde ich bestimmt keinen Hofknicks machen, (sie verdreht die Augen) nun hier sind die Fragen:

1. Du musstet Ludwig heiraten, warum fiel es dir so schwer?
Du hast ihn ja nicht gesehen! Er war so dick, dann diese wulstigen Finger, und wie er immer breitbeinig dagesessen ist! Seine Gesprächsthemen waren auch so gähnend langweilig: Jagd, immer nur Jagd. Mich hat niemand gefragt, mich setzten sie einfach für die Heiratspolitik ein, damit sie ihre politischen Verbindungen knüpfen konnten. Sie mussten sich ja nicht ekeln, aber mir zog sich alles zusammen, wenn er nachts kam und seine ehelichen Rechte einforderte.

(Das stelle ich mir wirklich sehr grauenvoll vor!)

 

3. Als du della Motta zum ersten Mal gesehen hast, was hat dich so an ihm fasziniert?
Man merkt, dass du ihm nie begegnet bist. Kennst du nicht einmal ein Bild von ihm? Einen schöneren Mann gibt es nicht, da bin ich vollkommen sicher. Aber es sind nicht nur seine unglaublich blauen Augen und seine schwarzen, glänzenden Haare, er weiß auch, wie er sich bewegen muss. Er geht wie ein Panther, ganz geschmeidig, aber mit so viel Kraft. In der Oper hat er alle in seinen Bann geschlagen, allein durch die Art, wie er die Loge betrat. Und in meinem Salon hättest du ihn erst sehen sollen! Die elegante Bewegung, mit der er die Tasse zum Mund führt, die aufmerksame Haltung, mit der er im Sessel sitzt, das eine Bein leicht zurückgestellt, den Oberkörper dir entgegen geneigt. Wenn er dir den Hof macht, tut er, als würde es außer dir sonst niemanden auf der Welt geben. So ein verlogener Heuchler!

(Sie ist echt sauer!)

 

4. Der Schlangenbund, wie kam es dazu?
Pst, über die Schlangen darf man nicht offen reden! Das war das Erste, das mir die Gräfin von Rostow eingeschärft hat. Sie ging nie zur Messe, sogar bei hohen Feiertagen, an denen der Hof repräsentieren musste, fand sie immer eine Ausrede. Einmal habe ich sie gefragt, warum sie das tut, und da erzählte sie mir von der Machtgier der Kirche und von einer sehr alten Religion, die den Menschen dient und ihre Töchter nicht vergesse.

 

5. Deine Erlebnisse im Kerker, auf Befehl deiner Schwester, magst du überhaupt darüber reden?
(Sophies Gesicht versteinert sich sofort) Ich finde es immer noch unverschämt, dass die Autorin diese Ereignisse ins Buch aufgenommen hat. Sie gehen nur mich etwas an, nicht einmal der Marchese spricht mich darauf an. Bis das Buch erschien, wusste nur er davon, die Gräfin von Rostow, und wahrscheinlich ahnte es auch der Diener des Marchese. Jetzt zeigen alle Leser mit dem Finger auf mich!

(Ich würde dir gern eine Therapeutin empfehlen, nach dem Interview gebe ich dir gern die Nummer)

6. Durch die Rettung von Della Motta, wurden deine Gefühle für ihn mehr?
Du meinst, ich soll ihm dankbar sein? Ich finde, er schuldet mir schon genug, und hätte er seine Pflicht getan, wäre ich gar nicht in diese Situation gekommen. Er hat mich sehr verletzt, so etwas vergisst man nicht. Ich hätte auf die Gräfin hören sollen, sie hat mich vor ihm gewarnt.

(Wer nicht hören will, aber nun zur nächsten Frage):

7. Würdest du dein Teil der Geschichte ändern wollen?

Und ob! Es ist doch sonnenklar, dass meine Autorin mich nicht mag. Bin ich wirklich so farblos? Mit den anderen Damen in dem Buch kann ich nicht konkurrieren, sogar die Magd hat sie lieber. Kein Wunder, dass der Marchese mich nicht lieben darf, der muss ja unbedingt eine starke Frau bekommen. Ich verrate dir etwas: Ich will gar nicht stark sein, und das geht meiner Autorin gegen den Strich. Sie sagt, sie kann Weibchen nicht ausstehen. Na und, ich kann sie auch nicht leiden.

(Das regelt ihr beide mal schön untereinander. Ich halte mich daraus!)

8. Wie würde es aussehen?
Ich wäre die Erstgeborene, würde den Marchese heiraten und Katharina in ein Kloster stecken. Ohne Männer geht die von selbst zugrunde, und das geschähe ihr ganz recht. Die Gräfin sieht mich gerade tadelnd an und zischt, ich benähme mich nicht würdevoll, sondern wie ein Kind. Sie meint, ich könne den Marchese sowieso nicht halten und er würde mich ständig betrügen.

(Um ehrlich zu sein, denke ich das auch)
Jetzt wisst ihr auch, warum ich mich für Sophie entschieden habe.
Aber eins noch liebe Sophie:
Barbara hat dich erschaffen und ja, sie lies dich leiden. Doch hast du dich denn wirklich immer so korrekt verhalten? Bist du es nicht auch selbst schuld? Benimmst du dich nicht manchmal, wie ein kleines Kind?
Huch, weg ist sie 😀
Tja, ihr habt keine andere Wahl.
Ihr müsst das Buch lesen. Sonst werdet ihr, niemals eine Antwort darauf bekommen.

 

 


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